Herzlich willkommen auf unseren Webseiten!
„Wir können bleiben, wenn alle anderen gehen müssen.“
...mit diesem Leitgedanken ist die Notfallseelsorge des Evangelischen Dekanats Kronberg für Menschen da, die plötzlich von einer akuten Krisen- oder Belastungssituation betroffen sind.
Wir begleiten Betroffene unabhängig von Herkunft, Religion oder persönlicher Lebenssituation.
Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit, unser Team und unsere Aufgaben näher vorstellen. Wir laden Sie ein, unsere Arbeit kennenzulernen – sei es aus Interesse, mit Blick auf eine mögliche ehrenamtliche Mitarbeit oder zur Unterstützung unserer Arbeit.
Was ist eigentlich Notfallseelsorge? Wie verläuft ein Einsatz bei uns? Wie arbeitet die Notfallseelsorge im Team zusammen? Welche Möglichkeiten für Supervision und Fortbildung gibt es? Dazu finden Sie hier mehr Informationen! Sie haben noch Fragen? Melden Sie sich gerne bei uns! Eine Kontaktmöglichkeit finden Sie am Ende jeder Seite.
Was ist eigentlich Notfallseelsorge?
Die Notfallseelsorge ist Teil der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Darunter versteht man die strukturierte Gesamtheit aller Maßnahmen zur psychosozialen Unterstützung im Zusammenhang mit belastenden Notfällen und Einsatzlagen – von der unmittelbaren Akutphase bis hin zu mittel- und langfristigen Hilfen.
Innerhalb der PSNV werden zwei Zielgruppen unterschieden:
PSNV-B (Betroffene): Menschen, die direkt oder indirekt von einem Notfall betroffen sind, z. B. Angehörige, Hinterbliebene, Überlebende oder Augenzeugen.
PSNV-E (Einsatzkräfte): Mitarbeitende von Rettungsdiensten, Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz und weiteren Organisationen.
Die Notfallseelsorge im Main-Taunus-Kreis verantwortet den Bereich PSNV-B.
Auftrag und Aufgaben der Notfallseelsorge
Die Notfallseelsorge leistet psychosoziale Akuthilfe im unmittelbaren zeitlichen Umfeld eines Ereignisses. In der Regel werden wir durch die Leitstelle alarmiert und kommen in den ersten Stunden nach einem Notfall zum Einsatz.
Unsere Aufgabe besteht darin, Betroffene in dieser frühen Phase zu stabilisieren und zu begleiten. Dies umfasst insbesondere:
- zugewandte Präsenz und verlässliches Dasein
- strukturierende Unterstützung in einer akuten Krisensituation
- Förderung von Orientierung und Handlungsfähigkeit
- Aktivierung vorhandener sozialer Ressourcen (z. B. Angehörige, Freunde)
- Vermittlung weiterführender psychosozialer Hilfen bei Bedarf
Die Begleitung durch die Notfallseelsorge ist bewusst zeitlich begrenzt und auf die Akutphase ausgerichtet. Sie ersetzt keine therapeutische oder längerfristige Beratung, sondern bildet einen ersten, niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung im Ereigniskontext.
Wie verläuft ein Einsatz bei uns?
Alarmierung
Wenn Rettungsdienst, Notärzt*innen oder Polizei im Einsatz eine psychosoziale Unterstützung für Betroffene als notwendig erachten, fordern sie die Notfallseelsorge über die zuständige Leitstelle in Hofheim an. Diese alarmiert die diensthabenden Notfallseelsorger*innen. Typische Anlässe sind unter anderem die Betreuung Angehöriger nach plötzlichen Todesfällen, Unterstützung während laufender Reanimation sowie die Begleitung der Überbringung von Todesnachrichten durch die Polizei.
Organisation der Einsatzbereitschaft
Wir arbeiten mit einem verbindlichen Dienstsystem. Es stellt sicher, dass jederzeit zwei Notfallseelsorger*innen gleichzeitig einsatzbereit sind – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.
In der Regel sind wir innerhalb von etwa 30 Minuten am Einsatzort.
Während der Rufbereitschaft sind wir in unserem privaten Umfeld; es gibt keine zentrale Wache. Die Anfahrt erfolgt daher aus unterschiedlichen Richtungen, sodass sich das Einsatzteam vor Ort trifft und gemeinsam mit der Begleitung beginnt.
Arbeiten im Einsatz
Unsere Einsätze führen uns in ganz unterschiedliche Lebensbereiche: in Wohnungen, an Arbeitsplätze oder an Einsatzstellen im öffentlichen Raum, beispielsweise im Straßenverkehr.
Im Mittelpunkt steht dabei die persönliche Zuwendung: Wir sind präsent, hören zu, halten aus, beantworten Fragen und geben Orientierung.
Ziel ist es, Menschen in einer akuten Ausnahmesituation Stabilität und Unterstützung zu bieten.
Neben unserer Erfahrung und Qualifikation hilft uns im Einsatz auch unser Einsatzrucksack mit unterschiedlichen Materialien - von Infoflyern bis zum Teddybär. Standard ist außerdem unsere Einsatzkleidung, die uns als Notfallseelsorgende erkennbar macht - und ggf. auch, z.B. bei Einsätzen draußen, Schutz bietet.
Einsatzstatistik
2025 wurden wir zu 144 Einsätzen alarmiert. Wir haben über 500 Betroffene und Hinterbliebene in über 800 Einsatzstunden begleitet.
Die Einsätze teilen sich u.a. wie folgt auf
- 47x Todesfälle natürlicher Ursache
- 25 Todesnachrichten, die wir gemeinsam mit der Polizei überbracht haben
- 24x erfolglose Reanimationen
- 21x Begleitung nach Suizid
- 13x Verletzte, Tote oder Betroffene nach Verkehrsunfall
- 7x Tote nach einem Verbrechen
Die durchschnittliche Einsatzdauer beträgt ca. 3 Stunden.
Wie arbeitet die Notfallseelsorge im Team zusammen?
Wir sind derzeit über 40 Notfallseelsorger*innen. Wir treffen uns monatlich zum gemeinsamen Teamabend, den wir für Austausch und Fortbildung nutzen. So begegnen wir uns alle regelmäßig und lernen einander auch außerhalb von Einsätzen kennen.
Supervision
Alle Notfallseelsorger*innen können an regelmäßigen Supervisionsterminen teilnehmen. Unsere Einsätze erfordern eine enge Zusammenarbeit in immer wieder neuen Teams, unsere Aufgabe ist die Arbeit mit Menschen, denen wir in Ausnahmesituationen begegnen. All dies stellt höchste Anforderungen an uns und unsere Arbeit. Supervision ermöglicht es uns, unsere Arbeit, unsere Erfahrungen und unsere Rolle mithilfe einer Supervisorin in einer kleinen Gruppe zu reflektieren. Alle Notfallseelsorger*innen können fallbezogene Themen einbringen.
Fortbildung
Alle aktiven Notfallseelsorger*innen müssen jährlich Fortbildungsstunden wahrnehmen. Dazu bieten wir bei z.B. bei unseren Teamabenden regelmäßig Gelegenheit. Ebenso dazu zählen auch Übungen, in der Regel gemeinsam mit Rettungsdienst und/oder Feuerwehr.




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